Biomethangasanlage Heeßel

In Heeßel ist der Bau einer Biomethangasanlage geplant. Klingt gut – zumindest auf den ersten Blick: Es sollen Gülle und Tretmist genutzt werden, um Energie daraus zu gewinnen. Und die sehr große industrielle Anlage, die hier geplant ist, scheint wirtschaftlich interessant zu sein für unseren Standort.

ABER: Bei genauerer Betrachtung gibt es gewichtige Gründe, die aus unserer Sicht gegen den Bau einer solchen Anlage sprechen:

1.     Es gibt gar nicht genug Gülle und Tretmist in unserer Region, um diese große Anlage mit Substrat zu versorgen, weil Massentierhaltung sich hier zum Glück noch im Rahmen hält.

2.     Folge wird sein, dass Gülle und Mist per LKWs angefahren werden aus anderen Regionen, in denen es mehr Massentierhaltung gibt. Das ist klimapolitisch problematisch und belastend für das Umland.

3.     Wenn es hier vor Ort eine kostengünstige Lösung für die Entsorgung von Mist gibt, steigt der Anreiz, neue Mastställe in unserer Region zu bauen. Erste Planungen dafür gibt es bereits.

4.     Soll nicht ausreichend Gülle und Mist anfallen, werden in Biogasanlagen üblicherweise Pflanzen zur Ergänzung genutzt, wie z.B. Mais. Dass Maismonokulturen problematisch sind für die Biodiversität weiß man inzwischen. Auch, dass der Anbau von Pflanzen für Energiegewinnung meist zu Lasten der Lebensmittelproduktion geht.

5.     Es wird viel Wasser benötigt für das Betreiben einer solchen Anlage. Dieses Wasser wird verschmutzt und dann über unser Klärwerk entsorgt, das dafür gar nicht ausgelegt ist. Hoch- problematisch ist im Übrigen auch, dass nach dem Gärprozess Rückstände im Wasser verbleiben, die man überhaupt nicht herausfiltern kann – unter anderem Schwermetalle und Arsen. Diese werden mit dem Abwasser in der Oste landen.

6.     Biogasanlagen sind laut Umweltbundesamt mit erheblichen Umweltrisiken verbunden. Dennoch soll diese industrielle Anlage direkt am Rande des Landschaftsschutzgebietes in Heeßel gebaut werden.

7.     Eine industrielle Anlage zur Entsorgung von Tierfäkalien, wie sie von Prokon hier geplant ist, gibt es bisher weltweit noch nicht, nicht einmal einen kleineren Prototyp.  Das Projekt ist daher mit erheblichen Risiken behaftet, die aktuell keiner überblicken kann.

Vor allem aus diesen Gründen sind wir zu dem Schluss gekommen: Eine industrielle Biomethangasanlage in Heeßel? Nicht mit uns!! Veränderung beginnt hier.