Bürgerhaus Hemmoor – Grüne fordern Ratsbeschlussumsetzung

Die Fraktion der Grünen im Stadtrat von Hemmoor hält an der Neuplanung eines budgetorientierten zweckmäßigen Veranstaltungsgebäudes fest. Der entsprechende Beschluss wurde in der Stadtratssitzung vom 31.03.2022 mit 2/3 Mehrheit gefasst.
In der Folge sollte beraten werden, welche Mittel der Haushalt der Stadt in den kommenden Jahren überhaupt für die laufenden Kosten eines entsprechenden Objektes zur Verfügung stellen könnte und welche Gebäudealternativen in Frage kämen.

Stattdessen sieht die Vorlage für die kommende Stadtratssitzung am 19. Mai im Rathaussaal aber nur die Wiederaufnahme der eigentlich beendeten Bürgerhausplanung vor.
Zwar handelt es um eine neue, wieder verkleinerte Variante des Bürgerhauses, deren Planungskosten bei 7,4 statt 8,8 Mio. Euro liegen, die vorgesehenen Einsparungen schätzen die Grünen aber nicht als besonders nachhaltig ein Sie kritisieren, das herausgerechnete Ausstattung wie z. B. Tresen, Tische, Stühle und Sonnenschutz unverzichtbar wäre und bei späterem Erwerb der Gesamtinvestitionssumme wieder hinzugerechnet werden müsste. Hinzu kämen allgemeine aktuelle Kostentreiber wie die hohe Inflation und der Baumaterialmangel. Die Grünen gehen deshalb davon aus, dass der neue Bürgerhausentwurf von den Gesamtkosten schlussendlich wieder im Bereich der bereits abgelehnten Varianten landen würde.
Fraktionssprecher Tobias Söhl meint dazu: „Egal ob 8,8 oder 7,4 Mio. Investitionssumme – das Hauptproblem liegt darin, dass die laufenden Kosten den geplanten Haushaltsüberschuss für 2023-2024 um ein vielfaches überschreiten und die Stadt dadurch fortlaufend Verluste schreiben würde. Dies würde die Kommunalsaufsicht nicht akzeptieren Daher befürchten wir auch bei der neuen verkleinerten Variante, dass diese zu Erhöhungen von Steuern und Abgaben für die Bürgerinnen und Bürger von Hemmoor führen würde.“
Einen weiteren Ablehnungsgrund sehen die Grünen in der Streichung des klimafreundlichen Energiekonzeptes. Sowohl Erdwärme, als auch Photovoltaikanlage und Batteriespeicher sollen laut Planung wegfallen.
Axel Degwitz, zweites Mitglied der Grünen im Hemmoorer Stadtrat, findet: „Diese Entscheidung erscheint uns nicht sehr weitsichtig. Zum einen müsste Hemmoor für das Bürgerhaus Energie im deutlich erhöhten Maße einkaufen, was die Betriebskosten noch weiter in die Höhe steigen lassen würde. 
Zum anderen kämen unnötige Treibhausgase in die Atmosphäre und evtl. werden am Ende auch Geschäftspartner finanziert, die man in der heutigen Zeit besser nicht mehr unterstützen sollte.
Es stellt sich die Frage, ob die Stadt Hemmoor meint, so ein gutes Beispiel für ihre Bürgerinnen und Bürger, sowie Investoren abzugeben?“
Die Grünen werden sich also weiterhin für ein Veranstaltungsgebäude einsetzen, welches klimafreundlich betrieben wird und welches sich die Stadt leisten kann, ohne dass ihre Bürgerinnen und Bürger höhere Steuern und Abgaben zahlen müssen.

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